Beste Luft

CO₂-Monitor oder Luftqualitätsmessgerät kaufen?
Einordnung, Einsatzbereiche und Kaufkriterien
Welche Messgeräte gibt es, um Luftqualität in Räumen selbst zu messen?
Die meisten Menschen machen sich Gedanken über Qualität und Inhaltsstoffe von Lebensmitteln - aber kaum über die Luft, die sie in Innenräumen einatmen.
Rund 11.000 Liter Luft atmet jeder von uns durchschnittlich pro Tag ein. Gleichzeitig verbringen wir den Großteil unseres Alltags in geschlossenen Räumen und teilen die Raumluft meist mit anderen Menschen. Wenn zu wenig Frischluft im Raum ist, wird ausgeatmete Luft wieder eingeatmet.
Wie hoch dieser Anteil verbrauchter Luft ist, lässt sich über den CO₂-Gehalt der Raumluft erfassen. Wie das funktioniert und warum das so ist, wird später genauer erklärt. Entsprechende CO₂-Messgeräte sind heute breit für den laufenden Einsatz verfügbar und nicht mehr ausschließlich Fachleuten vorbehalten.
CO₂-Monitore erfassen Kohlendioxid (CO₂), den zentralen Messwert, wenn es um die Beurteilung der Innenraumluftqualität geht. Häufig, aber nicht immer, erfassen sie zusätzlich Temperatur und Luftfeuchtigkeit als wichtige Raumklimaparameter.
CO₂ entsteht bei jeder Ausatmung (Menschen & Tiere) und reichert sich in schlecht belüfteten Innenräumen an. Je höher die Raumbelegung und je intensiver die Nutzung, desto höher steigt der CO₂-Wert bei zu wenig Luftaustausch.
Der CO₂-Gehalt der Raumluft gilt deshalb als verlässlicher Indikator dafür, wie gut ein Raum mit Frischluft versorgt ist. Er zeigt an, wie viel bereits ausgeatmete, „verbrauchte“ Luft sich im Raum befindet - und damit, ob Lüften notwendig ist.
Hohe CO₂-Werte können sich negativ auf Konzentration, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden auswirken.
Typische Folgen sind Müdigkeit, Kopfschmerzen oder gereizte Schleimhäute – häufig zusammengefasst als Sick-Building-Syndrom.
Studien zeigen zudem, dass niedrigere CO₂-Konzentrationen mit einem geringeren Infektionsrisiko verbunden sind. Eine wichtige Rolle spielen dabei Aerosole – feinste Schwebeteilchen in der Luft, die bei der menschlichen Ausatmung entstehen und an denen ansteckende Viren oder Bakterien haften können.
Je höher der CO₂-Wert, desto mehr Ausatemluft und damit potenziell infektiöse Aerosole sind in der Luft, die wir wiederum einatmen. Dadurch können wir uns anstecken, etwa mit Atemwegsinfektionen.
Bei schlechter Belüftung können sich zusätzlich auch andere Schadstoffe in der Raumluft ansammeln, etwa Feinstaub oder Radon.
CO₂ Monitore sind häufig der erste Schritt für alle, die wissen wollen, wie gut oder schlecht die Luft ist, die sie in Innenräumen einatmen.
Wer neben CO₂ zusätzlich Luftqualitätsparameter wie Feinstaub (PM2.5 und PM10), flüchtige organische Verbindungen oder NO₂ direkt im Blick behalten möchte, benötigt ein umfassenderes Luftqualitätsmessgerät. Solche Multi-Sensor-Geräte erfassen - je nach verbauter Sensorik - eine breitere Schadstoffpalette. Sie helfen dabei, das Raumklima weiter zu verbessern.
Hinweis: Diese Einkaufshilfe konzentriert sich primär auf CO₂-Monitore. Viele der hier beschriebenen Kriterien gelten jedoch ebenso für umfassendere Luftgütemessgeräte.
Kurz gesagt: Unabhängig von der Gerätekategorie ist die verbaute Sensorik (bzw. der Sensortyp) und deren Qualität entscheidend. Dieser Faktor bestimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis eines Raumluftmonitors maßgeblich.
➡️ In einem späteren Beitrag werden Einsatzbereiche solcher Multi-Sensor-Geräte im Detail erklärt.
Dieser Kaufguide zeigt, worauf es beim Kauf von CO₂-Monitoren ankommt.
Gut zu wissen:
Für CO₂-Monitore sind verschiedene Bezeichnungen gebräuchlich – etwa CO₂-Melder, CO₂-Ampel oder CO₂-Luftqualitätssensor, CO₂-Raumluftsensor, CO₂-Datenlogger, Luftgütemonitor. Funktional bestehen meist nur geringe Unterschiede. Manche Geräte setzen jedoch stärker auf visuelle oder akustische Warnfunktionen (z. B. farbige Ampelskala, Alarmton) und heben diese im Produktbranding hervor.
Die internationalen Bezeichnungen „carbon dioxide monitor“, „indoor air quality monitor“ oder "IAQ monitor" zu kennen, kann ebenfalls hilfreich sein; insbesondere bei der Recherche nach geeigneten Geräten, da sich mit englischen Suchbegriffen oft weitere Gerätealternativen, Hersteller und Hintergrundinformationen finden lassen.
Im Folgenden werfen wir einen näheren Blick auf CO₂ in Innenräumen.
Warum misst man CO₂ in Innenräumen?
Kohlendioxid (CO₂) ist ein geruchloses und farbloses Gas. In den in Innenräumen üblichen Konzentrationen macht CO₂ uns nicht direkt krank, kann jedoch Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden und Konzentration beeinträchtigen. Der CO₂-Gehalt der Raumluft ist daher ein anerkannter und verlässlicher Indikator dafür, wie gut ein Raum belüftet ist, und erlaubt darüber hinaus Rückschlüsse auf die allgemeine Qualität der Innenraumluft.
Die Außenluft enthält im Schnitt etwa 420 ppm CO₂ (parts per million), oder 0,042 % (Stand 2024). Dieser Wert steigt stetig. In schlecht belüfteten Innenräumen ist die Konzentration oft das Vielfache dieses Wertes.
Hauptverursacher von hohen CO₂-Konzentrationen in Innenräumen ist der Mensch, da bei jeder Ausatmung eine Konzentration von ca. 40.000 ppm CO₂ entsteht. Wenn ein Raum schlecht belüftet ist, reichert sich CO₂ an.
Je mehr Menschen in einem Raum sind, und je länger sie sich dort aufhalten, desto mehr CO₂ sammelt sich an, wenn zu wenig Luftaustausch stattfindet. Interessant: leises Sprechen verursacht weniger CO₂ als lautes Singen oder High Intensity Training im Fitness-Studio – je intensiver die Tätigkeit, desto mehr CO₂ wird produziert.
Je höher der CO₂-Gehalt in einem Raum, desto mehr ausgeatmete Luft wird wieder eingeatmet.
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Bei 800 ppm atmet man ~ 1 % ausgeatmete Luft ein = 1 von 100 Atemzügen
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Bei 1200 ppm atmet man ~ 2 % ausgeatmete Luft ein = 1 von 50 Atemzügen
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Bei 2400 ppm atmet man ~ 5 % ausgeatmete Luft ein = 1 von 20 Atemzügen
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Bei 5000 ppm atmet man ~ 12 % ausgeatmete Luft ein = 1 von 8 Atemzügen
Als Faustregel gilt: Je 400 ppm mehr steigt der Anteil ausgeatmeter Luft um etwa 1 %. Im Englischen wird dieser Anteil als „Rebreathed Air“ bezeichnet – also wieder eingeatmete Luft, was begrifflich sehr treffend ist.
Ziel sollte sein, in Innenräumen möglichst nahe an 800 ppm CO₂ oder darunter zu bleiben – insbesondere in Räumen, in denen man sich länger aufhält. Bereits ab etwa 800–1000 ppm zeigen Studien messbare Einschränkungen bei Konzentration und Entscheidungsfähigkeit. Gleichzeitig steigt das Risiko für luftübertragene Infektionen, da sich infektiöse Aerosole bei unzureichender Lüftung leichter in der Raumluft halten können.
Wichtig zu wissen: In den im Alltag üblichen Innenraumkonzentrationen ist CO₂ nicht toxisch. Beschwerden wie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwächen entstehen nicht durch CO₂ selbst, sondern durch einen Mangel an Frischluft und eine zunehmende Luftverunreinigung – auf die der CO₂-Wert zuverlässig hinweist.
Toxisch und potenziell lebensgefährlich wirkt CO₂ erst bei extrem hohen Konzentrationen (ab etwa 40.000 ppm), wie sie z. B. bei unsachgemäßem Umgang mit Trockeneis in geschlossenen Räumen auftreten können (Quelle: BfR, 2020).
Diese Situationen stellen keine Alltagsszenarien dar und liegen außerhalb des Wirkungsbereiches von besteluft.
CO₂-Werte: Was sie über Innenraum-Luftqualität verraten
Die folgende Übersicht zeigt, wie CO₂-Werte (in ppm = parts per million) in Innenräumen eingeordnet werden können – inklusive Empfehlungen für die Raumbelüftung (Ventilation).
CO₂-Werte beschreiben den Belüftungsgrad in einem Raum.
Wie direkt man darauf reagieren kann, hängt davon ab, wie viel Einfluss man selbst auf die Lüftungssituation hat:
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In privaten Räumen oder dort, wo man selbst Verantwortung trägt, kann man den Luftaustausch meist selbst steuern – etwa durch Fensterlüftung oder das Einstellen einer Lüftungsanlage. Basis dafür ist immer der Realtime CO₂-Wert.
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In gemeinschaftlich genutzten Arbeitsumgebungen - Großraumbüros oder Meetingräumen - ist das oft nur eingeschränkt möglich und erfordert Abstimmung mit Kolleg:innen, die mögliche Zugluft als unangenehm empfinden könnten.
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In öffentlichen Räumen wie Cafés, Restaurants oder Fitnessstudios hat man in der Regel keinen direkten Zugriff auf die Lüftung. Hier dient der CO₂-Wert vor allem als Orientierung für das eigene Verhalten (zB in einem Cafe nahe einem gekippten Fenster sitzen) oder als sachliche Grundlage, um Zuständige auf eine unzureichende Belüftung aufmerksam zu machen oder eine bessere Lüftung anzuregen.
Es gilt: Je mehr Menschen in einem Raum und je geringer der eigene Einfluss auf die Belüftung, desto wichtiger wird die Einordnung der CO₂-Werte – insbesondere im Hinblick auf Infektionsrisiken.
🔵 420–600 ppm CO₂ – Sehr gute Luftqualität
Nahe an Außenluft (≈ 420 ppm). Idealer Zustand für Innenräume aller Art.
Lüftungsbedarf: gering
Bedeutung: Ausreichende Frischluftversorgung.
🟢 600–800 ppm CO₂ – Gute, hygienische Luft
Unbedenklich. Erste Anzeichen verbrauchter Luft möglich.
Lüftungsbedarf: niedrig
Bedeutung: Frischluftversorgung noch ausreichend, Entwicklung beobachten.
🟡 800–1000 ppm – Grenzbereich
Konzentrations-, Denk- und Schlafleistung messbar vermindert. Steigendes Ansteckungsrisiko, vor allem in Zeiten hoher Krankheitslast (=Winter). Internationaler Expert:innen Konsens ist, dass 800 ppm CO₂ als oberer Zielwert für den Aufenthalt in Innenräumen gelten sollten.
Lüftungsbedarf: mittel
Bedeutung: Frischluftzufuhr sollte verbessert werden.
🟠 1000–1500 ppm – Unhygienische Luft
Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme.
Deutlich erhöhtes Infektionsrisiko.
Lüftungsbedarf: hoch
Bedeutung: Unzureichende Frischluftversorgung.
🔴 >1500 ppm – Schlechte Luftqualität
Stark verbrauchte Raumluft.
Deutlich eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Starke Sick-Building Symptome. Sehr hohes Infektionsrisiko.
Lüftungsbedarf: sehr hoch
Bedeutung: Akut unzureichende Lüftung.
CO₂-Messung: Heute dank Low-Cost-Sensoren für alle zugänglich - früher Expert:innen vorbehalten
Noch vor wenigen Jahren war das Messen der Luftqualität eine Aufgabe für Spezialist:innen mit teurer Labortechnik. Heute machen tragbare, benutzerfreundliche CO₂-Monitore Luftqualität für alle in Echtzeit sichtbar.
Dank technischer Fortschritte sind präzise Sensoren so kompakt und erschwinglich geworden, dass sie in kleine, mobile Geräte verbaut werden können – ideal für zu Hause, Schule, Büro oder unterwegs. Diese Entwicklung verändert grundlegend, wie wir Luftqualität wahrnehmen: Statt punktueller Stichproben lässt sich die Raumluft nun dauerhaft und in Echtzeit beobachten – einfach, direkt und überall. So wird es möglich, gezielt zu handeln, bevor die Luftqualität zum Problem wird.
CO₂-Messgeräte bilden oft den Einstieg in ein ganzheitliches Verständnis von Raumluftqualität – und öffnen den Blick für weitere Einflussfaktoren wie Feinstaub oder flüchtige Schadstoffe.
Was macht ein gutes CO₂-Messgerät aus?
Mittlerweile sind zahlreiche CO₂-Monitore verschiedener Hersteller am Markt, alle paar Tage scheinen neue Geräte hinzu zu kommen.
Das macht die Entscheidung, welcher CO2-Raumluftsensor der geeignetste ist, nicht gerade einfach.
Diese Kaufkriterien helfen bei der Auswahl eines passenden CO₂-Monitors:
1. CO₂-Sensortyp
Das Herzstück eines guten CO₂-Messgeräts ist der verbaute Sensor. Der aktuelle Goldstandard ist die NDIR-Technologie (Nicht-dispersiver Infrarotsensor). Dabei wird Infrarotlicht durch eine Messkammer geschickt – CO₂-Moleküle absorbieren einen Teil dieses Lichts, und aus dem Absorptionsgrad wird die CO₂-Konzentration berechnet. Diese Technik ist präzise, stabil und langlebig.
Innerhalb der NDIR-Sensoren gibt es unterschiedliche Bauarten:
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Single-Beam-NDIR
Diese Sensoren messen mit einem einzelnen Lichtstrahl, der durch eine Messkammer geht.
Um Abweichungen (Fachbegriff: Sensor Drift) durch Alterung oder Verschmutzung auszugleichen, brauchen sie einen äußeren Referenzwert – den CO₂-Gehalt der Außenluft (~420 ppm).
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Dual-Beam-NDIR
Hier sind zwei Kammern verbaut. Eine misst regelmäßig, die andere dient als feste Referenz und hilft dabei, Veränderungen im Hauptsensor zu erkennen und auszugleichen. Dadurch bleibt die Messgenauigkeit oft länger stabil. Trotzdem ist auch bei Dual-Beam-Sensoren eine manuelle Kalibrierungsfunktion wichtig, um dauerhaft verlässliche Werte zu sichern.
Für alle, die tiefer eintauchen möchten: Mehr technische Details zum Unterschied erklärt Sensirion – einer der führenden Hersteller – hier: Single Beam vs. Dual Beam
Weiters am Markt sind photoakustische Sensoren: Diese sind ähnlich präzise, jedoch empfindlicher bei höheren Temperaturen. Für den Indoor-Gebrauch meist unproblematisch und besonders für sehr kleine Geräte interessant.
Tipp:
Der Blick ins Datenblatt zeigt oft, welcher Sensortyp tatsächlich verbaut ist. Hersteller wie Sensirion oder Senseair gelten als verlässliche Anbieter hochwertiger CO₂-Sensoren.
Für Technik-Nerds – und alle, die’s genauer wissen wollen: Viele dieser Sensoren wurden in unabhängigen Studien auf ihre Genauigkeit geprüft – meist im Vergleich mit professionellen Referenzmessgeräten. Wer möchte, findet solche Studien ganz einfach mit einer Online-Suche nach dem Sensormodell (z. B. „Sensirion SCD30 accuracy“).
Wichtig:
Einige Geräte – vor allem im Billigsegment in großen E-Commerce Shops – enthalten gar keinen echten CO₂-Sensor, sondern schätzen den Wert auf Basis anderer Gase wie VOCs. Diese Näherungswerte sind unzuverlässig und nicht zur Bewertung der Luftqualität geeignet.
2. Messbereich & Messgenauigkeit
Der Messbereich des Sensors sollte mindestens 400 bis 5000 ppm, idealerweise bis 10 000 ppm erfassen.
Die maximale Abweichung sollte ± 5 % oder ± 50 ppm betragen – besser noch ± 3 % oder ± 30 ppm.
Diese Angaben finden sich im technischen Datenblatt des Geräts.
Ein breiter Messbereich ist vor allem dann sinnvoll, wenn Geräte in stark belegten Räumen verwendet werden.
3. Kalibrierung
Auch der beste Sensor kann über längere Zeit an Genauigkeit verlieren – man spricht von Sensor Drift. Deshalb ist Kalibrierung essenziell.
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Manuelle Kalibrierung ist für besteluft ein Muss-Kriterium: Hierbei wird das Gerät gezielt in frischer Außenluft (ca. 420 ppm CO₂) positioniert, um den Sensor zu justieren. Meist dauert das nur wenige Minuten.
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Automatische Kalibrierung (ABC, Automatic Baseline Correction) ist bei vielen Geräten voreingestellt. Dabei geht das Gerät davon aus, dass der niedrigste CO₂-Wert innerhalb eines bestimmten Zeitraums dem Wert von Frischluft entspricht. Das funktioniert nur zuverlässig, wenn das Gerät regelmäßig frischer Luft ausgesetzt ist. Befindet sich das Gerät jedoch dauerhaft in schlecht belüfteter Umgebung und es wird nie ein Wert von rund 420 ppm CO₂ erreicht, der dem Wert von Außenluft entspricht, kann sich die Kalibrierung zunehmend verfälschen.
Empfehlung von besteluft:
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Immer ein Gerät mit manueller Kalibrierungsfunktion wählen.
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Automatische Kalibrierfunktion-Funktion nur aktiv lassen, wenn der Monitor regelmäßig draußen oder bei offenem Fenster genutzt wird, damit der Referenzwert von 420 ppm - was dem Wert der Außenluft entspricht - erreicht wird.
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Geräte ohne Kalibrierungsoption sind für den Langzeitgebrauch nicht geeignet.
4. Messintervall
Der CO₂-Monitor sollte die Werte regelmäßig und in Echtzeit erfassen.
Idealerweise lässt sich das Messintervall individuell anpassen.
Bei vielen Geräten sind Intervalle von 1, 2, 5 oder 10 Minuten wählbar.
Je kürzer das Intervall, desto aktueller und genauer die Daten – bei etwas höherem Energieverbrauch.
5. Display, Visualisierung und Warnfunktionen
Ein gutes Display sollte aus verschiedenen Blickwinkeln und Entfernungen gut ablesbar sein.
E-Ink-Displays sind besonders kontrastreich und energiesparend, allerdings teurer.
Wichtig ist, dass neben einer farbigen Ampelskala auch die exakten CO₂-Werte in ppm angezeigt werden.
Zusätzliche hilfreiche Funktionen:
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Farbcodierte CO₂-Ampel (grün / gelb / rot) macht die Luftqualität und Belüftungsgrad auf einen Blick sichtbar - auch jenen, denen CO₂ Schwellenwerte nicht so geläufig sind
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Graphische Verlaufsanzeige der letzten Stunden oder Tage
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Akustische Warnsignale bei Überschreitung definierter Grenzwerte
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Individuell einstellbare Grenzwerte und die
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Möglichkeit, Warntöne ein- und auszuschalten
6. Konnektivität, Datenspeicherung & Analyse
Bluetooth oder WLAN-Anbindung gilt mittlerweile fast als Standard.
Gute Luftqualitätsmonitore bieten weiters:
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automatische oder manuell aktivierbare Datenspeicherung,
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Zugriff über App
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Exportfunktionen für eigene Analysen (z. B. CSV) und um die Daten langfristig zu sichern
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Einbindung in Smart-Home Systeme
Regelmäßige Firmware-Updates, die Genauigkeit und Funktionen verbessern, sollten ebenfalls geboten werden – ein klarer Pluspunkt für die Langzeitnutzung. Zu beachten: Die Updates können Teil kostenpflichtiger Abomodelle sein.
Ebenso zu bedenken:
Wenn ein Gerät ausschließlich über eine Cloudlösung funktioniert, kann das langfristig problematisch werden – etwa wenn Produkte eingestellt, Apps nicht mehr gepflegt oder ganze Unternehmen geschlossen werden. Das betrifft nicht nur, aber besonders häufig Start-ups. In solchen Fällen verlieren Nutzer:innen den Zugriff auf ihre Daten – selbst wenn die Hardware noch funktioniert.
Daher empfiehlt besteluft:
Geräte mit integrierter Anzeige (z. B. Display mit ppm-Werten) sind nachhaltiger und zukunftssicherer – insbesondere, wenn die Grundfunktionen auch ohne App oder Cloud verfügbar bleiben.
7. Mobilität & Stromversorgung
Akku- oder batteriebetriebene CO₂-Monitore bieten maximale Flexibilität – sowohl für den mobilen als auch für den stationären Einsatz.
Sie eignen sich ideal für den Wechsel zwischen verschiedenen Räumen, aber auch für eine feste Montage an der Wand – etwa in Büros, Fitnesscentern oder Schulen –, wenn keine Steckdose in unmittelbarer Nähe vorhanden ist oder Kabel stören würden.
Beispiele für Einsatzorte:
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Büro oder Homeoffice
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Klassenzimmer, Seminarräume
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Fahrzeuge (Auto, Bahn, Flugzeug, Bus)
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öffentliche Einrichtungen, Wartebereiche
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Hotels, Restaurants oder Fitnessstudios
Wichtig zu beachten:
Kurze Messintervalle (z. B. jede Minute) erhöhen den Energieverbrauch deutlich und können die Akkulaufzeit verkürzen.
Netzbetriebene Geräte sind sinnvoll, wenn eine dauerhafte Stromversorgung gewährleistet ist oder eine stationäre Nutzung mit kontinuierlicher Datenerfassung geplant ist – etwa in Schulen, Arztpraxen oder Forschungsumgebungen.
8. Herstellertransparenz
Transparente Anbieter veröffentlichen:
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ein schnell auffindbares Datenblatt,
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klare Angaben zum Sensortyp und zum Sensorhersteller,
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Informationen zur Messgenauigkeit, Kalibrierung und Softwarepflege,
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Angaben zu technischen Schnittstellen (App, Datenexport) und Folgekosten zB für eine App.
Unabhängige Tests & Zertifizierungen:
Einige Sensoren oder Geräte wurden von unabhängigen Teststellen wie AIRLAB überprüft.
Diese Tests vergleichen die Leistung mit professionellen Referenzgeräten.
Darüber hinaus existieren Zertifizierungen, z. B. durch RESET Air oder ähnliche Organisationen.
Sie bescheinigen, dass bestimmte Sensoren oder Geräte festgelegte Qualitätsstandards erfüllen – inklusive dokumentierter Prüfergebnisse.
Wichtig: Sind technische Informationen schwer auffindbar, fehlen ganz oder auch auf Nachfrage nicht verfügbar, sind das Indizien, die gegen einen Kauf sprechen könnten – egal ob für den Privatgebrauch oder professionelle Anwendungen.
Bei sehr günstigen Geräten kann es vorkommen, dass gar kein echter CO₂-Sensor verbaut ist. Stattdessen werden CO₂-Werte lediglich auf Basis anderer Gase (derartige Sensoren sind oft viel günstiger im Einkauf) geschätzt – das ist unzuverlässig und nicht empfehlenswert.
Bei teureren Geräten entsteht durch hochwertiges Design (Formfaktor) der Eindruck, es handle sich um besonders präzise Messtechnik oder eigens entwickelte Sensorik. Tatsächlich ist im Inneren häufig derselbe Sensor verbaut wie in günstigeren Modellen – zum Beispiel ein Sensirion SCD40. Manche Hersteller setzen zusätzlich ein proprietäres Gehäuse über den Sensor, das wie ein spezialisiertes Bauteil wirkt. Selbst technikaffine Nutzer:innen, die aus Interesse Geräte auseinandernehmen, haben dann Schwierigkeiten, den Sensor eindeutig zu identifizieren – ohne das Gerät zu beschädigen. Solche Erfahrungen finden sich in Foren und Subreddits immer wieder.
Dieser Punkt betrifft – wie viele Inhalte in diesem Shoppingguide – nicht nur CO₂-Monitore, sondern auch umfassendere Luftgütemessgeräte mit zusätzlichen Sensoren für Feinstaub, VOCs oder Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Auch bei diesen Geräten können Standardkomponenten in aufwendig gestalteten Gehäusen stecken. Gerade bei Multi-Sensor-Geräten (die naturgemäß mehr kosten als CO2-Monitore) lohnt sich daher ein genauer Blick auf die Herstellertransparenz.
Das spielt ebenso bei der Reparaturfähigkeit eine Rolle. Das betrifft im Konsumentenbereich eine kleine elektronikaffine Nutzergruppe. Wer in der Lage ist, Sensoren am freien Markt selbst zu bestellen und zu verbauen, greift erfahrungsgemäß eher zu offenen (Open Source) Systemen wie AirGradient*, bei denen Bauweise und Komponenten klar dokumentiert sind.
Im B2B-Bereich, zum Beispiel beim großflächigen Einsatz in Bürogebäuden, kann die Reparaturfähigkeit auch unter Nachhaltigkeitsaspekten relevant sein. Luftqualitätsmonitore werden dort eingesetzt um die WELL-Zertifizierung für gesunde, zukunftsfähige und nachhaltige Gebäude zu erhalten.
Natürlich entscheidet jede:r selbst, ob Design, Haptik oder Markenauftritt den Aufpreis wert sind. Wichtig ist, die eigene Kaufentscheidung bewusst zu treffen – und nicht allein vom äußeren Eindruck auf technische Exklusivität zu schließen.
9. Benutzerfreundlichkeit (Usability)
Für besteluft ist Benutzerfreundlichkeit ein zentraler Kauffaktor – denn ein Gerät kann technisch noch so hochwertig sein: Wenn es im Alltag schwer zu bedienen ist, wird es kaum genutzt.
Hilfreiche Indikatoren für gute Usability:
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aussagekräftige Screenshots oder Demo-Videos der Hersteller,
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eine gut strukturierte, verständliche Anleitung (barrierefreie Schriftgröße),
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einfache Inbetriebnahme ohne technische Vorkenntnisse,
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intuitive Bedienbarkeit und Menüführung
Manche CO₂-Monitor-Reviews, Erfahrungsberichte oder auch Kaufguides blenden diesen Aspekt aus – besteluft legt hier besonders großen Wert darauf, da Luftqualitätsmessung auch Einsteiger:innen und Nicht-Technikprofis zugänglich sein soll.
10. Servicequalität und Kundenservice
Für besteluft ist ein direkt erreichbarer Kundenservice mit kurzen Reaktionszeiten ein wichtiger Faktor bei der Kaufentscheidung. Idealerweise findet man den Kontakt zum Kundenservice auf den ersten Blick (und Klick).
Hersteller, die rein auf Foren und Community-Support setzen, richten sich eher an technikaffine oder fortgeschrittene Anwender:innen.
Zusätzliche Pluspunkte sind regelmäßig bereitgestellte Firmware-Updates, transparente Wartungsinformationen und eine nachvollziehbare Produktpflege über mehrere Jahre hinweg.
Ein weiterer Aspekt der Servicequalität ist, welche Art von Hersteller hinter einem Gerät steht.
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Spezialisierte Anbieter, die sich gezielt mit Sensortechnik beschäftigen, oder engagierte Start-ups, die aus echter Passion heraus arbeiten, agieren erfahrungsgemäß näher am Kunden, transparenter und pflegen ihre Produkte langfristiger. Hier ist oft spürbar, dass Menschen dahinterstehen, die Innenraumluftqualität in die Breite bringen wollen. Das erkennt man auch durch begleitenden Awareness-Aufbau und kontinuierliche Weiterentwicklungsbemühungen. Wer sich für ein Start-up Produkt entscheidet, erhält oft viel Begeisterung und Innovationskraft, sollte aber einkalkulieren, dass manche Anbieter nicht dauerhaft am Markt bleiben.
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Bei größeren Unternehmen oder Mischkonzernen, die viele unterschiedliche Produktlinien bedienen, kann Luftqualitätsmesstechnik dagegen nur ein kleiner Teil des Gesamtgeschäfts sein. Das bedeutet nicht, dass die Geräte schlecht sind, doch technische Detailfragen oder Auskünfte zu Sensoren, Softwarepflege oder Ersatzteilen sind dort manchmal schwieriger zu erhalten. Innenraumluftqualität ist in solchen Fällen häufig weniger Ausdruck einer persönlichen Überzeugung, sondern eher ein Produktbereich unter vielen, der vor allem aufgrund guter Marktchancen mitgeführt wird.
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Auf großen E-Commerce-Plattformen kommen zudem Geräte hinzu, die unter sogenannten White-Label-Marken verkauft werden: technisch identische Produkte, die unter verschiedenen Markennamen erscheinen, obwohl sie vom selben Hersteller stammen. Dahinter können solide Produzenten stehen, aber ebenso Anbieter, die kaum identifizierbar sind, deren Marken häufig wechseln oder die nur für kurze Zeit am Markt sind. Bei manchen dieser Angebote lässt sich nicht einmal eine direkte Ansprechstelle finden.
Schlussendlich entscheidet jede:r selbst, von welchem Anbieter man ein Gerät beziehen möchte. besteluft zeigt hier lediglich die unterschiedlichen Herstellerkonstellationen und einige dahinterliegende Aspekte auf – in einem eigenen Blogbeitrag werden diese Zusammenhänge künftig noch detaillierter erläutert.
11. Preis-Leistungs Verhältnis
Das Preis-Leistungsverhältnis eines CO₂-Monitors hängt von mehreren Faktoren ab – vor allem von Sensortyp, Messgenauigkeit, Kalibrierbarkeit, Benutzerfreundlichkeit und Service.
Welches Gerät das beste Verhältnis bietet, ist immer eine individuelle Entscheidung, die vom jeweiligen Einsatzbereich abhängt – ob Zuhause, im Büro, in Schulen oder beim Raumklima-Monitoring im Unternehmen.
besteluft versteht Preis-Leistung nicht als Frage von billig, günstig oder teuer, sondern als Verhältnis von Qualität, Verlässlichkeit und Langlebigkeit: Ein gutes CO₂-Messgerät liefert langfristig genaue Werte, ist intuitiv nutzbar und robust. Das wiegt mehr als der Anschaffungspreis.
Ein Beispiel dafür ist das Aranet4 HOME, das im besteluft-Review mit 4,5 von 5 Sternen bewertet wurde. Es überzeugt durch hohe Messgenauigkeit (NDIR-Sensor), einfache Handhabung und flexible Einsatzmöglichkeiten – ob zu Hause, im Büro oder unterwegs. Für größere Anwendungen bietet das Aranet4 PRO eine skalierbare Lösung.
Mit dem Rabattcode LUFTSPRUNGARANET gibt es 5 % Rabatt direkt beim Hersteller - sowohl auf das Aranet4 HOME als auch auf das Aranet4 PRO.
Ein weiteres hochwertiges, ultraleichtes Mini-CO2-Messgerät stammt von Airvalent, das gerade von besteluft umfassend getestet wird.
Checkliste: Kaufkriterien CO₂-Monitor
Diese zusammenfassenden Punkte helfen, das passende CO₂-Messgerät auszuwählen:
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Sensorqualität: NDIR-Technologie (Single- oder Dual-Beam) ist Standard für präzise CO₂-Messung.
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Kalibrierung: Manuelle Kalibrierungsmöglichkeit unbedingt vorhanden – automatische Kalibrierung nur als Ergänzung.
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Messbereich: Mindestens 400 – 5000 ppm, ideal bis 10.000 ppm.
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Messgenauigkeit: Abweichung maximal ± 50 ppm oder ± 5 %.
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Anzeige: CO₂-Wert in ppm plus visuelle Ampelanzeige für den schnellen Überblick. Gutes Display.
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Datenspeicherung: Möglichkeit, Werte zu exportieren oder über App/Web zu verfolgen.
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Energieversorgung: Akku- oder Netzbetrieb je nach Einsatzort, mobile Geräte sollten handlich sein.
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Herstellertransparenz: Klare Angaben zu Sensorherkunft, Kalibrierung, Updates, Folgekosten und Service.
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Benutzerfreundlichkeit: Intuitive Bedienung, verständliche Anleitung, App.
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Kundenservice: Direkte Erreichbarkeit, nicht nur Community-Support.
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Preis-Leistungsverhältnis: Summe der 10 Kriterien; jede/r muss letztlich selbst aufgrund der eigenen Anforderungen bewerten.
Hinweis in eigener Sache
Wie alle Inhalte auf besteluft wurde auch dieser Shoppingguide sorgfältig und auf Basis aktueller Informationen und Fakten erstellt.
Trotzdem kann es vorkommen, dass sich technische Details ändern, neue Geräte erscheinen oder einzelne Angaben nicht mehr dem neuesten Stand entsprechen.
besteluft übernimmt keine Gewähr für Vollständigkeit oder Fehlerfreiheit – Hinweise und Ergänzungen sind jederzeit willkommen.
Unser Anspruch ist es, fundierte Orientierung zu geben.
Wir verstehen uns nicht als medizinische oder technische Fachplattform, sondern berichten aus strategischer und nutzerzentrierter Perspektive über das Thema Raumluftqualität.