Beste Luft
AirGradient ONE im Test - kann ein Luftqualitätsmonitor preiswert, verlässlich und selbst reparierbar sein?

Air Gradient ONE Open Source Indoor Air Quality Monitor
Airgradient ONE - auf einen Blick
besteluft hat den AirGradient ONE Innenraum-Luftqualitätsmonitor über acht Monate im Alltag getestet. Die Messwerte haben sich im Vergleich mit anderen Geräten als genau und zuverlässig erwiesen. Der Raumluftmonitor lässt sich nach kurzer Zeit einfach bedienen. Die Bewertung liegt bei 4 von 5 Sternen.
Innenraumluft lässt sich kaum nach dem eigenen Gefühl einschätzen. Neben schlechter Lüftung können auch Schadstoffe wie Feinstaub, TVOC und NOx eine Rolle spielen, die unserer Gesundheit schaden können.
Ein Multi-Sensor-Luftqualitätsmonitor wie AirGradient ONE erfasst diese Raumluftparameter. So lässt sich Luftqualität drinnen in Echtzeit sichtbar machen und gezielt verbessern. Das gilt für zu Hause ebenso wie für Geschäftsräume. Atemluft ist schließlich unser wichtigstes Lebensmittel.
Innenraumluft kann deutlich stärker belastet sein als Außenluft, die oft im Fokus steht. Gleichzeitig atmet jeder Mensch rund 11.000 Liter Luft pro Tag ein und hält sich 90 % des Tages drinnen auf. Trotzdem bleibt die Qualität der Atemluft in Innenräumen meist unbedacht – anders als etwa bei Lebensmitteln oder Trinkwasser.
Potenziell schlechte Luft in Innenräumen bekommt dennoch immer mehr Aufmerksamkeit. Entsprechend steigt die Suche nach alltagstauglichen Luftmessgeräten für zu Hause, das Büro oder unterwegs.
Airgradient ist ein kabelgebundener Raumluftsensor. Er eignet sich für den stationären Betrieb und weniger zum Mitnehmen. Das Gerät kann mit oder ohne Smart-Home-Integration betrieben werden und ist „Works with Home Assistant“ zertifiziert.
Der AirGradient ONE* Luftqualitätsmonitor ist auch als DIY-Bausatz erhältlich. Mit dem Rabattcode LUFTSPRUNG erhält man 10 % Rabatt auf alle Airgradient Geräte.
Intro AirGradient ONE Raumluftmonitor
Wer die Luft in Innenräumen verbessern möchte, stößt schnell auf das Thema Messung. Viele beginnen mit einem CO₂-Messgerät. Der CO₂-Wert zeigt an, wie viel verbrauchte Luft in einem Raum ist, also wann gelüftet werden sollte.
Bald tauchen weitere Fragen auf:
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Was ist eigentlich noch in der Luft, die ich täglich einatme?
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Und was kann ich messen, um meine Raumluft gezielt zu verbessern?
Einige Nutzer:innen kommen über Alltagsprobleme zum Thema - etwa Pollen, Hausstaub, Reizhusten oder Gerüche. Andere wiederum merken, dass sie zwar regelmäßig lüften, aber trotzdem nicht wissen, wie gut oder schlecht die Luft wirklich ist.
Spätestens dann wird klar: Wer Innenraumluft besser verstehen möchte, braucht benötigt ein Gerät mit mehreren Sensoren., die unterschiedliche Luftqualitätsparameter und Schadstoffe messen können.
Multi-Sensor-Luftmessgeräte sind in den vergangenen Jahren deutlich erschwinglicher und kompakter geworden. Fortschritte in der Sensorentwicklung (geringere Kosten, kleinere Bauformen, weniger Energieverbrauch, Genauigkeiten, die sich Profigeräten annähern) ermöglichen heute Echtzeitmessung im Alltag. Man ist nicht mehr auf punktuelle Expert:innenmessungen angewiesen, die meist nur für einen begrenzten Zeitraum stattfinden und rückblickend ausgewertet werden.
Besteluft hat den AirGradient ONE* Innenraumluftmonitor umfassend getestet. Der Raumluftsensor erfasst neben CO₂ auch Feinstaub (PM2.5), TVOC, NOx, Temperatur und Luftfeuchte.
Hinter AirGradient stehen Gründer aus Deutschland mit langjähriger Elektronikerfahrung in der Industrie. Heute leben und arbeiten sie in Thailand. Ausgangspunkt für die Unternehmensgründung war die starke Luftverschmutzung während der dortigen Waldbrandsaison und die davon ausgehende Gesundheitsgefahr. Daraus entstand die Idee, Luftqualität - vor allem rund um Schulen - sichtbar zu machen. Es ging vor allem darum, Feinstaub zu messen. Dadurch wusste man, wann man in den Klassenräumen Luftreiniger einschalten sollte.
So war das erste Produkt der Airgradient Outdoor Außenluftmonitor; bis heute das Steckenpferd des Unternehmens. Da Außen- und Innenluft eng miteinander zusammenhängen - und wir uns bis zu 90 % des Tages drinnen aufhalten - war AirGradient ONE als Innenraumluft-Messgerät die logische Folge.
Wie ist besteluft auf AirGradient gestoßen? Durch verschieden Air-Quality Foren. Wer sich dort bewegt, kommt an dieser Marke kaum vorbei. Viele beginnen eines Tages zu recherchieren, lesen erste Beiträge – und bemerken schnell, dass das Unernehmen in mehreren Bereichen anders arbeitet, als der überwiegende Teil des Marktes. Hardware und Software folgen dem Open-Source-Prinzip und sind offen dokumentiert. Was das konkret bedeutet, wird im Review später näher erläutert.
In diesem Review geht es darum, wie sich AirGradient ONE im Alltag bewährt – und für wen der Raumluftsensor sinnvoll ist. Zunächst klären wir, warum man Raumluftqualität überhaupt messen sollte.
Warum misst man Innenraumluft?
Wir denken über Inhaltstoffe von Lebensmitteln nach. Wir verlassen uns darauf, dass Trinkwasser sauber und frei von Schadstoffen ist. Für beides gibt es zurecht strenge Vorgaben. Produzenten erfüllen nicht nur gesetzliche Anforderungen, sondern setzen oft zusätzliche Qualitätsstandards, um sich im Wettbewerb abzuheben.
Bei der Luft, von der wir täglich rund 11.000 Liter einatmen, ist das Bewusstsein für ihre Qualität deutlich geringer. Luftverschmutzung zählt weltweit zu den häufigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen und zu den Hauptursachen vorzeitiger Todesfälle. Gedanklich verbinden viele Luftverschmutzung mit fernen Ländern oder Industriezonen, selten jedoch mit Innenräumen, in denen wir uns bis zu 90 % des Tages aufhalten. Die Luft in Räumen kann um ein vielfaches stärker belastet sein, als im Freien.
Im Gegensatz zu Lebensmitteln und Trinkwasser fehlen in den meisten Ländern verbindliche gesetzliche Vorgaben für gemeinsam genutzte Innenräume; so auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Verbindliche Richtlinien dazu, wie hoch der Frischluftanteil sein sollte oder welche Grenzwerte für bestimmte Schadstoffe gelten. Ausnahmen bestehen nur in speziellen Arbeitsbereichen, etwa in Lackierereien oder bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen.
Innenraumluft ist kein fixer Zustand. Sie verändert sich durch Menschen, Haustiere und alltägliche Tätigkeiten wie Kochen, Heizen oder das Drucken im Büro. Auch Einrichtung und Baumaterialien spielen eine Rolle - ebenso die Außenluft, die nach Innen gelangt. Menschen atmen CO₂ aus, das sich in schlecht gelüfteten Räumen anreichern kann. Beim Kochen, durch Kerzen oder bestimmte Heizarten entsteht Feinstaub. Dieser gelangt auch über die Außenluft nach innen. Möbel, Reinigungsmittel oder Baustoffe können flüchtige organische Verbindungen (VOC) freisetzen. Die Luftqualität kann in jedem Raum stark unterschiedlich sein.
Schlechte Luft sieht man meist nicht. Manchmal nimmt man Gerüche wahr oder empfindet einen Raum als stickig. Das eigene Gefühl ist kein verlässlicher Maßstab. Ein Raum kann sich unauffällig anfühlen und dennoch erhöhte Feinstaubwerte aufweisen. Umgekehrt sind nicht alle Gerüche automatisch gesundheitlich relevant.
Genau hier setzt Raumluftmessung an.
Sie schafft die Grundlage, um Handlungen abzuleiten – sei es im eigenen Einflussbereich selbst aktiv zu werden oder Verbesserungen anzuregen. Wer verlässliche Daten hat erkennt, wann gelüftet werden sollte. Ob ein Luftreiniger eingesetzt werden sollte und ob dieser so arbeitet, wie man es sich erwartet. Oder welche Tätigkeiten oder Materialien die Luftqualität messbar beeinflussen.
Raumluftmessung bedeutet nicht, jedes Detail zu analysieren. Es geht darum, zentrale Parameter sichtbar zu machen und Entwicklungen zu verstehen. Wenn man etwas messen kann, kann man es leichter aktiv steuern.
Geräte wie der AirGradient ONE erfassen mehrere dieser Luftqualitäts-Parameter gleichzeitig. Dadurch entsteht ein umfassenderes Bild als bei reiner CO₂-Messung. Welche Schadstoffe das Gerät erfasst – und warum diese Werte im Alltag relevant sind – zeigt der nächste Abschnitt.
Welche Luftparameter misst Airgradient ONE?
Der Raumluftsensor AirGradient ONE misst CO₂ als Lüftungsindikator, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Ebenso die Luftschadstoffe - unerwünschte Bestandteile in der Luft - Feinstaub mit PM2.5 als wichtigsten Feinstaubwert, sowie TVOC- und NOx.
Luftschadstoffe können die Gesundheit von Mensch und Tier sowie die Umweilt negativ beeinflussen.
Im Alltag besonders handlungsrelevant und am gebräuchlichsten sind CO₂ als Lüftungsindikator und PM 2.5 als zuverlässigster Feinstaubwert.
Sensoren, Messqualität und Kalibrierung AirGradient ONE
AirGradient setzt laut eigenen Angaben ausschließlich Sensoren etablierter Hersteller ein, die in unabhängigen Tests genaue und stabile Messungen liefern.
Bei den Fully-Assembled-Geräten wird jeder einzelne Sensor vor der Auslieferung gegen Referenzgeräte abgeglichen. Die individuellen Kalibrierdaten sind im Dashboard einsehbar. Zusätzlich bestehen weitere Kalibrierungsmöglichkeiten, die vor allem beim DIY-Bausatz relevant sind.
Auch das Hardwaredesign spielt eine Rolle: Die Sensoren sind im Gehäuse so angeordnet, dass sie sich möglichst wenig gegenseitig beeinflussen und ein ausreichender Luftstrom gewährleistet ist. Der Sensor für Temperatur und Luftfeuchte ist zusätzlich vom restlichen Gerät getrennt, damit Eigenwärme die Messungen nicht verfälscht.
Hier zeigt sich eine Besonderheit von AirGradient: Viele technische Entscheidungen rund um Sensorik und Messwerte werden auf der Website transparent erklärt. Auch wenn diese Details eher für technikaffine Personen interessant sind, ist das für Alltagsnutzende ein Signal, dass das Unternehmen offen mit der Funktionsweise des Luftqualitätsmonitors umgeht.
Im Folgenden werden die einzelnen Messwerte genauer an – beginnend mit CO₂ als Basis-Parameter der Innenraumluftmessung.
Kohlendioxid (CO₂)
Kohlendioxid ist ein natürlicher Bestandteil der Luft. CO₂ wird in ppm (parts per million) gemessen. In der Außenluft liegt der Wert derzeit bei etwa 420 ppm und steigt durch den Klimawandel langsam an.
In Innenräumen sind Menschen (und Tiere) meist die Hauptverursacher dafür, dass sich der CO₂ Gehalt der Luft vervielfachen kann.
Beim Ausatmen entsteht CO₂ in hoher Konzentration und sammelt sich in schlecht gelüfteten Räumen an. Der Wert zeigt deshalb gut an, wie viel bereits ausgeatmete Luft sich in einem Raum befindet, die anschließend wieder eingeatmet wird.
Damit ist CO₂ ein einfacher und anerkannter Indikator für den Lüftungsbedarf – also dafür, wann Frischluftzufuhr notwendig ist.
Werte unter 800 ppm gelten als gut, zwischen 800 und 1200 ppm als mäßig belüftet, darüber ist die Lüftung meist unzureichend. Mit steigenden CO₂-Werten nehmen häufig Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Kopfschmerzen zu. Produktivität und Wohlbefinden sinken, und auch die Schlafqualität kann darunter leiden.
In schlecht gelüfteten Räumen steigt außerdem die Wahrscheinlichkeit, sich mit Infektionen wie Influenza anzustecken. Krankheitserreger können sich an kleinste Schwebeteilchen anlagern und teilweise über längere Zeit in der Luft verbleiben.
Steigt der CO₂-Wert, hilft in der Praxis vor allem eines: lüften oder die Lüftung erhöhen. Wenn Lüften nicht möglich ist, kann zusätzlich der Einsatz von Luftreinigern sinnvoll sein.
CO₂-Sensor im Airgradient ONE
Im AirGradient ONE ist ein CO₂-Sensor mit der Typenbezeichnung Senseair S8 verbaut (teilweise wird auch das fast baugleiche Modell S88 eingesetzt). Der Sensor arbeitet mit NDIR-Technologie, die als Goldstandard in der CO₂-Messung gilt. Die Messgenauigkeit ist mit ±40 ppm ±3% des gemessenen Wertes zwischen 0 und 10.000 ppm angegeben.
Der Sensor wurde in mehreren unabhängigen Studien als sehr genau im Vergleich zu Referenzgeräten bewertet. Er stammt vom selben Hersteller wie der Senseair Sunrise, der im Aranet4 HOME eingesetzt wird – einem der genauesten CO₂-Messgeräte im Endnutzer-Bereich, das besteluft ausführlich getestet und täglich im Einsatz hat.
Kalibrierung des CO₂-Sensors im Airgradient ONE
Für die Kalibrierung gibt es zwei Möglichkeiten. Bei der automatischen Kalibrierung (ABC – Automatic Baseline Calibration) merkt sich das Gerät über einen bestimmten Zeitraum den niedrigsten gemessenen CO₂-Wert und verwendet ihn als Referenz.
Damit diese Methode zuverlässig funktioniert, muss das Gerät gelegentlich Außenluftbedingungen sehen, also Werte um etwa 420 ppm. In sehr luftdichten Gebäuden kann es vorkommen, dass dieser Wert im Alltag nicht erreicht wird.
Praxis-Tipp: Das Gerät gelegentlich im Freien prüfen (falls nötig mit einer Powerbank). Liegt der Wert deutlich über 420 ppm, kann eine manuelle Kalibrierung durchgeführt werden. besteluft hat die automatische Kalibrierung deaktiviert und überprüft den CO₂-Wert regelmäßig manuell.
Vergleich Airgradient ONE mit Aranet 4 HOME
Ein kleines besteluft-Experiment zeigt einen Vergleich der CO₂-Messwerte zwischen AirGradient ONE (kabelgebunden) und dem Aranet4 HOME (portabel mit Akku). Beide Geräte wurden in eine fast luftdichte Box gegeben und mehrfach Atemluft ausgesetzt.
Die Messkurven verlaufen dabei sehr ähnlich. Das spricht dafür, dass der AirGradient ONE eine vergleichbare, sehr hohe Messgenauigkeit wie das Aranet-Gerät erreicht. Auch die Reaktionszeiten der beiden Sensirion CO₂-Sensoren sind sehr ähnlich.
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Vergleich der CO₂-Messwerte von AirGradient ONE und Aranet4 HOME. In einem einfachen Atemluft-Experiment zeigen beide Geräte sehr ähnliche Messverläufe, auch bei hohen Werten.
CO₂ zeigt vor allem, wie gut ein Raum gelüftet ist und wie viel ausgeatmete Luft sich darin ansammelt. Gleichzeitig lässt sich daraus ableiten: Je schlechter ein Raum gelüftet ist, desto eher können sich auch andere Luftschadstoffe darin anreichern.
Der AirGradient ONE misst deshalb neben CO₂ weitere Parameter der Raumluft – einer der wichtigsten darunter ist Feinstaub, insbesondere die Partikelgröße PM2.5.
Feinstaub - PM 2.5
AirGradient ONE misst Feinstaub. Die Konzentration kann in Innenräumen deutlich höher sein als draußen. Feinstaub ist so klein, dass er lange in Innen- und Außenluft schweben kann. Er ist auch so klein, dass wir ihn einatmen - und je kleiner er ist, desto tiefer kann er in unseren Atemwegen landen.
Hauptverursacher von Feinstaub in der Außenluft sind Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, Industrie und Hausbrand. Auch Ereignisse wie Feuerwerke, Waldbrände, Saharastaub oder Vulkanausbrüche führen zu erhöhten Feinstaubbelastungen.
In Innenräumen entstehen Feinstaubpartikel zum Beispiel beim Kochen, durch Kerzen, offene Kamine, bei Bauarbeiten, im Büro durch Drucken oder Staubaufwirbelung. Drinnen gibt es weniger Verdünnungseffekte als im Freien, darum ist die Feinstaubbelastung oft höher. Außerdem kann die Belastung – je nach Raumnutzung – innerhalb eines Gebäudes stark variieren.
Gleichzeitig gelangt mitunter Feinstaub (samt weiteren Luftschadstoffen) über die Außenluft in Gebäude. Das kann beispielsweise insbesondere abends im Winter der Fall sein, wenn man in einer Gegend mit vielen Holz- oder Ölheizungen wohnt, die dann angeschaltet werden. Innen- und Außenluftqualität hängen also eng zusammen.
Feinstaub wird in mehrere Partikelgrößeklassen eingeteilt. Je kleiner die Partikel sind, desto länger können sie in der Luft schweben. Die englische Bezeichnung für diese Schwebepartikel ist Particulate Matter (PM). Das Bild zeigt einen Größenvergleich der Partikel im Vergleich zu einem menschlichen Haar und einem Sandkorn.
Gesundheitliche Auswirkungen von Feinstaub
Je kleiner die Partikel sind, desto gefährlicher sind sie für die Gesundheit. Besonders relevant sind Partikelgrößen von unter 2,5 µm. Sie werden als PM 2.5 Wert gemessen. Diese dringen tief in die Lunge ein und lagern sich ab. PM 1 und kleiner (= Nanopartikel oder Ultrafeinstaub bezeichnet) können über die Lungenbläschen in den Blutkreislauf eindringen. Es ist bekannt, dass dadurch unter anderem entzündliche Veränderungen der Lunge, des Herz-Kreislaufssystems und des Nervensystems ausgelöst werden. Bestehende chronische Erkrankungen wie Asthma verstärken sich, neue kommen hinzu und erhöhte Sterblichkeit ist die Folge. Durch Feinstaub ausgelöste Krankheiten gelten als eine der weltweit häufigsten Todesursachen.
Hinsichtlich Feinstaub ist PM2.5 der wichtigste Messwert innerhalb von Gebäuden. Gleichzeitig ist es jener Parameter, der von Endkunden-Feinstaubsensoren am zuverlässigsten und genauesten gemessen werden kann – so auch bei AirGradient ONE.
Eine exakt laborgenaue Messung - wie bei CO₂-Endkundensensoren ist bei Feinstaub noch nicht möglich, aber auch nicht notwendig und praktikabel. Die Messwerte sind für den Alltag ausreichend genau.
AirGradient hat dennoch eine innovative Lösung gesucht und gefunden, indem man für den jeweils ausgelieferten Feinstaub-Sensor eine Korrektur-Formel für den PM 2.5 Wert bereitstellt. Dadurch wird die Genauigkeit der Messung stark erhöht. Diese Formel wird aus der jeweiligen Sensorcharge im Vergleich mit einem Referenzmessgerät von Palas-Fidas im Airgradient-Labor errechnet.
Grenzwerte für Feinstaub
Für Räume gibt es noch keine Feinstaub PM 2.5 Grenzwerte, es gilt jedoch wie draussen: je näher bei 0, desto besser. Als Orientierung können internationale Empfehlungen für Außenluft herangezogen werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für PM2.5 einen durchschnittlichen Jahreswert von unter 5 µg/m³. Ob man diesen Durchschnittswert einhält lässt sich in der Praxis nur schwer berechnen, da man 365 Tage im Jahr - egal wo man ist - die Feinstaub PM 2.5 Werte messen und speichern müsste.
besteluft strebt dauerhaft einen Wert rund um 5 µg/m³ in den Wohn- und Arbeitsräumen an. Das sind jene Räume, wo man sich üblicherweise die meiste Zeit des Tages aufhält. Das ist gar nicht so einfach, denn schaltet man beispielsweise das Backrohr ein oder druckt ein Dokument am Laserdrucker aus, werden die Werte rasch zweistellig. Meist auch dann für kurze Zeit, wenn man vorausschauend einen Luftreiniger auf hoher Stufe aktiviert hat.
Wie kann man Feinstaub in Innenräumen reduzieren?
Steigen die Feinstaubwerte an, lohnt sich ein Blick auf mögliche Quellen im Raum. Typische Maßnahmen sind:
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Lüften, wenn die Außenluft weniger belastet ist
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mobile Luftreiniger mit HEPA-Filter einsetzen (sie reduzieren auch Pollenbelastungen und filtern Schimmelsporen, Viren und Bakterien)
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Feucht wischen statt trocken staubwischen, um Partikel nicht erneut aufzuwirbeln
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Kerzen oder offene Feuerquellen reduzieren
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beim Kochen eine Dunstabzugshaube verwenden
Schon kleine Änderungen im Alltag können die Feinstaubbelastung deutlich senken.
Feinstaubsensor im AirGradient ONE
Für die Feinstaubmessung verwendet der AirGradient ONE den Plantower PMS5003.
Die Genauigkeit ist für das Fully Assembled Gerät mit PM2.5: ±4μg/m³@0-100μg/m³, ±8%@100-500μg/m angegeben.
Beim Sensor handelt es sich um einen sogenannten Laserstreuungssensor. Im Inneren des Sensors wird Luft angesaugt und mit einem Laserstrahl beleuchtet. Treffen Partikel auf diesen Laserstrahl, streuen sie das Licht. Aus dieser Lichtstreuung berechnet der Sensor die Anzahl und Größe der Partikel in der Luft.
Sensoren dieser Bauart werden in vielen Luftqualitätsmonitoren eingesetzt und haben sich in verschiedenen Untersuchungen als zuverlässig und genau für die Messung der Partikelgröße PM2.5 im Endkundenbereich erwiesen. So ist es auch bei Airgradient. PM 2.5 ist wie erwähnt der wichtigste und am zuverlässigsten messbare Wert.
Bei den Fully-Assembled-Geräten führt AirGradient zusätzlich eine PM2.5 Kalibrierung durch. Dabei werden die Sensoren mit einem professionellen Referenzgerät verglichen und eine Korrekturformel hinterlegt, um mögliche Messabweichungen zwischen einzelnen Sensoren zu reduzieren. Optional können im Dashboard weitere Genauigkeitseinstellungen für PM 2.5 vorgenommen werden.
Wo findet man die Seriennummer vom Plantwower PM Sensor?
besteluft-Tipp für Airgradient DIY-Kits: Bevor man den Plantower Feinstaubsensor verbaut, unbedingt die Seriennummer notieren. Die Korrektur-Formeln sind im User-Interface bei der PM-Sensor-Kalibrier-Funktion hinterlegt. Das gilt für beide: Airgradient ONE und Airgradient Outdoor.

Die Messwerte für PM10 und PM1 werden im Dashboard angezeigt, PM0.3 als Ultrafeinstaub wird berechnet. Diese drei PM Werte kann man aktuell aufgrund der erwähnten technischen Limitationen (die für alle Endkundengeräte von allen Herstellern ähnlich gelten) eher als groben Richtwert betrachten.
Vergleich Messgenauigkeit PM 2.5 Airgradient ONE
Im Rahmen des besteluft-Tests wurde die PM 2.5 Messung von AirGradient ONE mit dem Qingping Air Monitor Lite verglichen. Beide Geräte wurden für mehrere Messreihen parallel bei gleichen Bedingungen nebeneinander betrieben.
Dabei zeigte sich, dass sich die PM2.5-Verläufe sehr ähnlich entwickeln. Steigt der Feinstaubwert durch eine Aktivität im Raum reagieren beide Sensoren in vergleichbarer Weise schnell mit fast übereinstimmenden Messwerten. Die PM2.5 Werte sinken, wenn man einen HEPA-Luftreiniger aktiviert.
Die Werte liegen innerhalb der angegebenen Messtoleranzen der jeweiligen Sensoren..
Derartige Vergleiche ersetzen keine wissenschaftliche Referenzmessung, geben jedoch eine gute Einschätzung, ob ein Sensor im Alltag plausible Messwerte liefert. Das Foto zeigt die beiden Raumluftsensoren nebeneinander.

Airgradient ONE und Quingping Air Monitor Lite
Feinstaub beschreibt Partikel in der Luft. Der AirGradient ONE misst auch gasförmige Luftbestandteile, die für die Innenraumluft relevant sind. Dazu gehört auch die Gruppe der flüchtigen organischem Verbindungen (TVOC), die im nächsten Abschnitt betrachtet werden.
TVOC (Gruppe der flüchtigen organischen Verbindungen)
Der AirGradient ONE Raumluftmonitor erfasst TVOC. Die Abkürzung steht für Total Volatile Organic Compounds, also flüchtige organische Verbindungen.
Dabei handelt es sich um eine große Gruppe gasförmiger Stoffe, die etwa aus Farben, Lacken, Reinigungsmitteln, Möbeln, Baustoffen, Kraftstoffen, Permanentmarkern oder auch Lebensmitteln freigesetzt werden können. Sie kommen in höherer Konzentration vor allem in Gebäuden vor, in Außenluft verdünnen sie sich meist auf sehr niedrige Konzentrationen. Nicht alle davon sind gefährlich, manche sind unbedenklich. Einige dieser Verbindungen – etwa Benzol oder Formaldehyd – gelten als gesundheitsschädlich oder gar krebserregend.
Da es über zehntausend verschiedene VOC gibt, erfasst der Sensor keine einzelnen Stoffe, sondern reagiert auf die vorhandenen Gase gleichzeitig und misst die gesamte Gruppe, darum die Bezeichnung TVOC. Man kann sich das wie einen Warenkorb vorstellen: Der Sensor erkennt, dass sich etwas in der Luft verändert hat, sagt aber nicht genau, welcher einzelne Stoff dafür verantwortlich ist.
Identifikation von flüchtigen organischen Verbindungen im eigenen Alltag
Hier kommt man selbst ins Spiel und überlegt, was oder welche Aktivität im Raum diese Veränderung ausgelöst haben könnte. Die besteluft-Beobachtung: Viele beginnen dadurch, ihre Räume bewusster wahrzunehmen – und ändern mitunter auch ihr Kauf- oder Einrichtungsverhalten.
Wie lassen sich VOC in Innenräumen reduzieren?
Viele VOC stammen aus Alltagsprodukten wie Reinigungsmitteln, Farben, Lacken, Möbeln oder Duftstoffen. Einige einfache Maßnahmen können helfen, die Belastung zu reduzieren:
- regelmäßig lüften, besonders während und nach dem Putzen oder Renovieren
- Reinigungsmittel sparsam verwenden
- Produkte mit Umweltzertifikaten bevorzugen (z.B. EU Ecolabel - auch neue Kleidungsstücke können ausdünsten!)
- Farben, Lacke oder Lösungsmittel getrennt lagern
- HEPA-Luftreiniger mit zusätzlichem Aktivkohlefilter einsetzen, diese helfen jedoch auch nicht in jedem Fall
Gerade nach Renovierungen oder bei neuen Möbeln kann die VOC-Belastung zeitweise deutlich erhöht sein. Darum auch die Überlegung: muss es wirklich ein neues Möbelstück sein, oder reicht es, wenn man das alte, funktionsfähige vielleicht etwas aufpeppt?
TVOC-Sensor im AirGradient ONE
Für die Messung von TVOC verwendet der AirGradient ONE den Sensirion SGP41. Die Genauigkeit ist mit <±15 @ 0 to 500 VOC Index angegeben. Es handelt sich um einen sogenannten Metalloxid-Sensor, der auf Veränderungen der Luftchemie reagiert und daraus einen TVOC-Index berechnet. Die Baseline ist 100. Werte über 100 bedeuten, dass eine neue Quelle aktiv geworden ist – zum Beispiel beim Putzen, beim Kochen, beim Basteln, durch Kosmetika oder wenn neue Möbel aufgestellt werden.
Den Beobachtungszeitraum, über den der Index rollierend berechnet wird, kann man selbst im User-Interface einstellen. Hier entscheidet man selbst, ob eher langfristige Veränderungen sichtbar werden sollten, oder kurzfristige Ereignisse rasch erkannt werden sollen.
Wie kann man einen TVOC-Sensor testen?
besteluft-Tipp: Eine einfache Möglichkeit zu prüfen, ob der Sensor grundsätzlich funktioniert, ist ein kleiner Alltagstest. Schneidet man zum Beispiel in 1-2 m Entfernung des Sensors eine Zitrone auf, verwendet ein Reinigungsmittel oder sprüht etwas Parfum, steigt der TVOC-Wert meist rasch an. Das zeigt, wei sensibel der Sensor auf flüchtige Stoffe reagiert. Wie stark der Ausschlag sichtbar wird, hängt auch vom eingestellten Beobachtungszeitraum für die Indexberechnung ab.
Neben flüchtigen organischen Verbindungen misst der AirGradient ONE noch einen weiteren Gas-Index: Stickoxide (NOx). Diese entstehen vor allem bei Verbrennungsprozessen – etwa im Straßenverkehr, bei Heizungen oder beim Kochen mit Gas – und gelangen häufig über die Außenluft in Innenräume.
NOx - Stickoxide
Stickoxide (NOx) sind gasförmige Verbindungen aus Stickstoff und Sauerstoff. Die wichtigsten Vertreter sind Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO₂). Sie entstehen hauptsächlich bei Verbrennungsprozessen – etwa im Straßenverkehr, bei Heizungen oder beim Kochen mit Gas.
Im Gegensatz zu CO₂ oder Feinstaub spielt NOx nicht in jedem Innenraum eine zentrale Rolle. Die Belastung hängt stark davon ab, ob es im Gebäude entsprechende Quellen gibt oder wie stark die Außenluft belastet ist.
Typische Quellen von NOx
Stickoxide gelangen häufig über die Außenluft in Gebäude, besonders in Städten oder in der Nähe stark befahrener Straßen.
Auch Innenraumquellen sind möglich, zum Beispiel:
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Gasherde
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Gasheizungen
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offene Flammen oder Verbrennungsgeräte
In solchen Fällen kann der NOx-Index helfen, Veränderungen der Luftqualität sichtbar zu machen.
NOx-Index im AirGradient ONE
Das AirGradient ONE Raumluftmessgerät gibt keine absolute NOx-Konzentration wider, sondern – wie beim TVOC – einen Indexwert.
Die Baseline liegt bei 1. Werte darüber zeigen an, dass im Vergleich zum üblichen Hintergrund mehr Stickoxide vorhanden sind.
Auch hier kann der Beobachtungszeitraum für die Berechnung der Baseline angepasst werden.
Was kann man mit dem NOx-Wert anfangen?
Der NOx-Index hilft vor allem dabei, Muster zu erkennen.
Steigt der Wert beispielsweise regelmäßig beim Lüften an, kann das ein Hinweis darauf sein, dass die Außenluft zu bestimmten Tageszeiten stärker belastet ist – etwa durch Verkehr während der Hauptverkehrszeiten.
In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, die Lüftungszeiten anzupassen.
NOx-Sensor im AirGradient ONE
Der Sensirion SGP41, der auch die TVOCs erfasst, erfasst die Stickoxide. Die Genauigkeit gibt Sensirion mit <±50 @ 0 to 500 für den NOx Index an.
Temperatur & Luftfeuchte
Temperatur und Luftfeuchtigkeitsenor liefert wichtige Kontextinformationen zur Raumluftqualität.
Zu trockene Luft kann Schleimhäute reizen und Atemwegsbeschwerden begünstigen. Zu hohe Luftfeuchtigkeit wiederum kann das Wachstum von Schimmel fördern. Idealerweise sollte die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 % liegen.
Auch die Temperatur spielt eine Rolle für das Wohlbefinden und die Konzentrationsfähigkeit in Innenräumen.
Sensor im AirGradient ONE
Für Temperatur und Luftfeuchte verwendet der AirGradient ONE den Sensirion SHT40.
Der Sensor gehört zu den etablierten Komponenten im Bereich der Umweltmessung und liefert sehr genaue Messwerte.
Genauigkeit laut Hersteller:
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Temperatur: ±0,2 °C
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Relative Luftfeuchte: ±2 % RH
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Im Gerät ist der Sensor zusätzlich räumlich vom restlichen Elektronikbereich getrennt, damit sich mögliche Eigenwärme des Geräts nicht auf die Messung auswirkt.
Gerätevarianten
Der AirGradient ONE ist in zwei Varianten erhältlich:
Airgradient ONE Fully Assembled & Tested
Das Gerät wird vollständig montiert geliefert, im Werk getestet und kalibriert. Es besitzt CE-Zertifizierung und Garantie.
Lieferumfang
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Gerät (13 x 13 x 3,5 cm, 350 Gramm) aus ASA Plastik, vergilbt nicht
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2 Meter USB C auf USB A Kabel mit 90 Grad Kopf, Netzteil ist nicht enthalten – jedoch hat mittlerweile fast jede/r mindestens ein übriges
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2 Standfüsse
Airgradient ONE DIY-Kit
Der Bausatz enthält dieselben Sensoren, wird jedoch selbst mit Hilfe einer genauen Anleitung zusammengebaut. Dadurch reduziert sich der Preis um rund 40 %. Da das Gerät selbst montiert wird, entfällt die Zertifizierung und Garantie. Der Zusammenbau erfolgt ohne Löten. Die Sensoren werden lediglich eingesteckt und das Gehäuse verschraubt. Im Lieferumfang sind alle notwendigen Teile samt Torx-Schraubendreher enthalten.
besteluft hat zwar den Airgradient ONE nicht selbst zusammengebaut, jedoch den Aussenluft-Monitor Airgradient Outdoor. Zusammenbau und Integration ins User-Interface war in unter 20 Minuten abgeschlossen. Das ist ein Hinweis darauf, dass es auch für Personen umsetzbar ist, die keine Elektronik-Erfahrung haben. Im Prinizip hat es sich wie ein kleines IKEA-Projekt angefühlt. Dasselbe gilt laut Erfahrungsberichten in Foren für das Indoor-Gerät.
Lieferung und Versand
AirGradient versendet die Geräte direkt aus Thailand. Versandkosten fallen an, diese sind jedoch fair berechnet. Die Lieferzeit nach Europa beträgt in der Regel etwa zwei bis drei Wochen.
Je nach Land können Einfuhrumsatzsteuer und Zoll anfallen. AirGradient testet aktuell Versandlösungen, bei denen diese Kosten bereits im Voraus abgeführt werden
Spartipp: Mit dem Coupon Code LUFTSPRUNG erhält man auf beide Gerätevarianten 10 % Rabatt. Das entspricht beim Airgradient ONE Fully Assembled in etwa den versandkosten
Setup, User Interface & Smart Home Integration
Erstinbetriebnahme
Das Setup ist nahezu Plug-and-Play.
Über einen QR-Code auf der Rückseite verbindet man das Gerät mit dem WLAN. Ein zweiter QR-Code führt zum Onboarding-Wizard, der Schritt für Schritt durch die Einrichtung führt.
Alternativ kann der Prozess auch über einen Direktlink gestartet werden.
Aufstellung des Geräts
Der AirGradient ONE kann entweder an der Wand montiert oder auf einer Fläche aufgestellt werden.
Das Gehäuse besitzt integrierte Kabelkanäle, sodass das USB-C-Kabel sauber geführt werden kann. Alternativ können die mitgelieferten Standfüße in die Lüftungsschlitze eingeklickt werden.
Für genaue Messwerte empfiehlt AirGradient, das Gerät nicht direkt neben Fenstern, Heizkörpern oder Luftreinigern zu platzieren.
Gerätedisplay und LEDs
Der AirGradient ONE besitzt ein 1,3 Zoll OLED-Display, auf dem die wichtigsten Messwerte (CO₂, PM2.5, TVOC, NOx, Temperatur und Luftfeuchtigkeit) am Gerät angezeigt werden.
OLED-Displays benötigen wenig Energie und bieten einen hohen Kontrast, sodass die Werte auch aus etwas größerer Entfernung gut ablesbar sind und damit sehr ähnliche Nutzererfahrung wie bei e-ink Displays.
Dadurch lässt sich die aktuelle Luftqualität auch ohne App oder Dashboard direkt am Gerät ablesen.
Zusätzlich verfügt das Gerät über LED-Statusanzeigen, die den aktuellen Zustand der Luftqualität visuell darstellen. Die LEDs reagieren entweder auf den Kohlendioxid-Wert oder den PM2.5 Wert und zeigen eine Art Ampelsystem an. Damit erhält man eine schnelle visuelle Orientierung – selbst aus der Entfernung.
Benutzeroberfläche (User Interface)
Das User Interface ist die Steuerzentrale für alle AirGradient-Geräte.
Das Dashboard zeigt Live-Messwerte, historische Daten. In verschiedenen Menüs kann man zahlreiche Konfigurationen vornehmen. Für technisch versierte Nutzer:innen bietet das eine Vielzahl an Möglichkeiten. Alltagsnutzer:innen benötigen meist nur das Basis-Dashboard.
App
Zusätzlich gibt es eine AirGradient-App für Android und iOS. Sie befindet sich derzeit noch in einer Beta-Phase.
Ein interessantes Feature ist die AirGradient Air Quality Map, auf der Messwerte aus aller Welt angezeigt werden – sowohl von öffentlichen als auch privaten Sensoren.
Smart-Home Integration
AirGradient unterstützt mehrere Smart-Home-Systeme.
Besonders hervorzuheben ist die „Works with Home Assistant – Platinum“-Zertifizierung. Dadurch kann das Gerät vollständig lokal betrieben werden, ohne Cloud-Abhängigkeit.
Zusätzlich wird Homey Pro und ESPHome unterstützt.
Wer zur AirGradient Smart-Home Integration Informationen benötigt, kann in entsprechenden Foren nachlesen.
Datenlogging
Das Gerät besitzt keinen internen Datenspeicher, das sieht besteluft als kleinen Nachteil: Deaktiviert man über Nacht das W-LAN, so hat man dann auch keine Messwerte für diesen Zeitraum.
Die Messwerte werden standardmäßig über die Cloud gespeichert.
Eine Basis-Datenspeicherung ist kostenlos enthalten. Für erweiterte Funktionen bietet AirGradient ein optionales Cloud-Abo. Dieses is im Kaufpreis für 12 Monate integriert. Für Alltagsnutzer:innen ist ein Cloud-Abo nicht notwendig, da alle benötigten Funktionen und ausreichend Datenspeicher in der Basisversion zur Verfügung stehen.
Herstellertransparenz & Nachhaltigkeit
AirGradient verfolgt einen Open-Source-Ansatz.
Sowohl Hardware-Design als auch Software sind öffentlich dokumentiert. Technisch versierte Menschen können sowohl das Gerät nachbauen sowie Hard- und Softwareerweiterungen vornehmen.
Das Unternehmen kommuniziert auch transparent Entscheidungen, warum welche Hard- oder Software verwendet wird und gibt Zukunftspläne - zb neue Gerätentwicklungen - bekannt.
Ein weiterer Vorteil ist die Reparierbarkeit: Sensoren können einzeln ersetzt werden und sind teilweise auch über den freien Elektronikmarkt erhältlich. Sollte ein Garantiefall auftreten, erhält man prioritär - um Ressourcen zu schonen - statt einem neuen Gerät das defekte Bauteil zum selbst einbauen. Im Regelfall gibt es auch Kulanz bei den DIY-Bausätzen, falls ein Sensor rasch kaputt gehen sollte.
Diese Herstellerphilosphie ist im Bereich von Consumer-Elektronik eher selten.
Support & Community
AirGradient bietet klassischen Support über ein Kontaktformular an. Die Reaktionszeiten variieren laut besteluft Mystery Test zwischen 1 und 3 Tagen. Der Kundenservice funktioniert aktuell in englischer Sprache. In Zeiten zuverlässiger Übersetzungsprogramme sollte dies jedoch nur ein kleines Hindernis sein.
Die App wird laut Auskunft von Airgradient in verschiedenen Sprachen verfügbar sein. Die aktuelle Betaversion ist bereits in deutscher Sprache verwendbar.
Darüber hinaus existiert ein umfangreiches englischsprachiges Community-Forum. Dort werden viele technische Fragen diskutiert, oft direkt von Entwickler:innen oder erfahrenen Nutzer:innen beantwortet. Es ist jedoch eher mehr als Diskussionsforum anzusehen, denn als Alltagsnutzender findet man dort nicht immer eindeutige Antworten zur eigenen Problemstellung.
Dennoch, das Forum ist eine große Wissensbasis einer sehr engagierten und hilfsbereiten Air-Quality Community.
Preis-Leistungsverhältnis
Der AirGradient ONE fully assebled gehört nicht zu den günstigsten Luftqualitätsmonitoren, bietet jedoch mehrere Besonderheiten:
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Multi-Sensor-Messung (CO₂, PM, VOC, NOx)
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offene Hardware und Software
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austauschbare und erweiterbare Sensoren
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starke Community
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ein Unternehmen mit Bodenhaftung, dass den Communitygedanken, Nachhaltigkeit und Luftqualität lebt
Das Airgradient ONE als DIY-Bausatz ist aus Preis-Leistungssicht mit hoher Wahrscheinlichkeit für den Geräteumfang einzigartig am Markt. Welche Variante man wählt, hängt von den eigenen Bedürfnissen ab.
Airgradient wurde in einem unabhängigen Test von Airlab 2023 als der genaueste "Multi-Pollutant Indoor Air Quality Monitor under € 500,-" ausgezeichnet.
Airgradient ONE besonders an Nutzer:innen, die nicht nur Messwerte sehen, sondern Luftqualität auch verstehen, verbessern und leben möchten.
Ebenso richtet sich das Gerät ganz besonders an die Smart Home und Developer Community.
Der Discount Code LUFTSPRUNG gibt 10 % Rabatt beim Checkout im Airgradient-Shop* auf alle Gerätevarianten.
Fazit Airgradient ONE im Langzeittest
Das AirGradient ONE Raumluftmessgerät eignet sich besonders für Nutzer:innen, die stationär - weil Stromanschluss benötigt - einen Raumluftsensor betreiben möchten, mehr als nur den CO₂-Wert als Lüftungsindikator im Blick haben wollen und bereit sind, verschiedene Luftparameter nicht nur zu beobachten, sondern auch einzuordnen und daraus Handlungen abzuleiten.
Will man hingegen nur gelegentlich den CO₂-Wert überprüfen und spielen andere Raumluftparameter keine große Rolle, gibt es auch einfachere und günstigere Lösungen.
Gleichzeitig bietet AirGradient eine Kombination aus Transparenz, Reparierbarkeit und Datensouveränität, die im Consumer-Markt selten geworden ist. Der Fokus liegt erkennbar auf langfristigem Nutzen, technischer Nachvollziehbarkeit und nachhaltiger Produktentwicklung.
AirGradient arbeitet derzeit daran, die Benutzeroberfläche künftig stärker zwischen Tech-Expert:innen- und Alltagsnutzung zu differenzieren. Auch die App, die sich aktuell noch in der Betaphase befindet, folgt diesem Ansatz und soll die Bedienung für Endkund:innen weiter vereinfachen. Das hat eine besteluft-Anfrage und ein persönliches Gespräch mit AirGradient bestätigt.
Benutzerfreundlichkeit
Die Inbetriebnahme und Basisnutzung des AirGradient ONE Luftqualitätsmonitors ist einfach. Wenn man mehr als rein die Messdaten vom Gerät abrufen möchte, erfordert dies jedoch eine gewisse Bereitschaft, sich mit der Benutzeroberfläche auseinanderzusetzen.
Das Dashboard bietet eine Vielzahl von Konfigurationsmöglichkeiten samt Einbindung von weiteren Airgradient Geräten sowie Geräten von einigen anderen Herstellern.
Teilweise kann die Benutzeroberfläche selbst für technisch versierte Nutzer:innen wegen der Vielzahl an Optionen anfangs etwas unübersichtlich sein. Auch der umfangreiche Blog samt vieler Hintergrundinformationen richtet sich eher an eine technikaffine Community.
Benötigt man Support, nutzt man am besten das Kontaktformular. Die Reaktionszeit kann bis zu 3 Tagen betragen. Das ist zwar in schnelllebigen Zeiten gefühlt etwas länger als gewohnt - weiß man jedoch, dass ein sehr kleines, engagiertes Team dahinter steht, dann nimmt man diese Zeit gerne in Kauf.
Insgesamt plant AirGradient künftig noch zugänglicher für Einsteiger:innen sowie Menschen, die nicht der Developer-Szene angehören, zu werden.
Dieser Punkt ist auch der Grund, warum besteluft in der Gesamtbewertung 4 von 5 Sternen vergibt.
Fully Assembled Airgradient ONE vs. DIY Kit
Ob das Fully Assembled AirGradient ONE *(höherer Preis, dafür fertig montiert und mit Garantie) oder der Airgradient ONE DIY-Bausatz* (deutlich günstiger) besser geeignet ist, hängt vom persönlichen Anspruch und Komfortbedürfnis ab.
Für das AirGradient ONE und auch Airgradient Outdoor – stellt besteluft den Gutscheincode LUFTSPRUNG zur Verfügung, mit dem man beim Checkout 10 % Rabatt erhält.
Der Couponcode gilt für die Fully Assembled und DIY Kits.
In Summe: eine klare Kaufempfehlung für das Airgradient ONE
Airgradient ONE eignet sich für alle, die Luftqualität nicht nur messen, sondern auch verstehen und aktiv verbessern möchten. Auch wenn man die Herstellerphilosophie, Reparierbarkeit und Datentransparenz als echten Mehrwert und Haltung anerkennt, ist man bei AirGradient definitiv richtig.
AirGradient leistet seit Gründung einen konkreten Beitrag zur Demokratisierung von Luftqualitätsdaten als Basis für eine bessere, gesunde Luft für alle. Das lässt sich auch im Unternehmensblog klar nachvollziehen, etwa dadurch, dass man sich in Communities stark engagiert und vernetzt, Wissen austauscht und mitunter auch Geräte zur Verfügung stellt.
Messbare, zugängliche Luftqualitätsdaten schaffen Handlungsspielraum – im individuellen Alltag ebenso wie im größeren Kontext von Unternehmen, Organisationen oder Air-Quality-Communities.
Transparenzhinweis:
Das Airgradient ONE wurde vom Hersteller für den besteluft Test zur Verfügung gestellt.
Über die besteluft Bewertungsmethodik kann man im Transparenzabschnitt nachlesen. Die Bewertung erfolgt unabhängig; der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Review.
FAQ - häufige Fragen zum Airgradient ONE Raumluftsensor
Was misst der AirGradient ONE?
Der AirGradient ONE erfasst mehrere Raumluftparameter gleichzeitig. Dazu gehören CO₂, Feinstaub (PM2.5), flüchtige organische Verbindungen (TVOC), Stickoxide (NOx) sowie Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Dadurch lässt sich die Innenraumluft noch weitreichender beurteilen und auf mehreren Ebenenen verbessern als bei CO₂-Monitoren wie dem Aranet4.
Wie genau misst der AirGradient ONE?
AirGradient setzt Sensoren etablierter Hersteller ein, die in unabhängigen Tests gute Messgenauigkeit zeigen.
Bei den vollständig montierten (fully assembled) Geräten werden die Sensoren zusätzlich vor der Auslieferung gegen Referenzgeräte getestet. Man erhält ein digitales Datenblatt mit den Messergebnissen.
Für den PM 2.5 Wert wird bei dieser Prüfung zusätzlich ein Faktor berechnet und dem Gerät zugewiesen, der die Messgenauigkeit für den jeweiligen Sensor erhöht.Bei den Bausätzen (DIY-Kit) kann man diese Korrektur nach dem Zusammenbau selbst in der Benutzeroberfläche vornehmen. Dafür sollte man die Seriennummer notieren, bevor das Gerät zusammengebaut wird.
AirGradient ONE oder Aranet4 im Vergleich – wo liegt der Unterschied?
Aranet4 ist ein portabler CO₂-Monitor, der den CO₂-Wert, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck erfasst. Aranet eignet sich nicht nur für zu Hause oder das Büro sondern auch zum überall hin mitnehmen, um die Frischluftsituation schnell einschätzen zu können: im Flugzeug, im Zug, im Fitnessstudio, im Kino, im Restaurant, im Geschäft usw.
AirGradient ONE ist dagegen ein stationärer Multi-Sensor-Monitor. Er misst zusätzlich zu CO₂ Feinstaub, TVOC und NOx und liefert damit ein umfassenderes Bild der Raumluft.
Sowohl Aranet4 als auch Airgradient ONE verwenden für die CO₂ Messung einen state-of-the-art NDIR-Sensor der schwedischen Marke Senseair.
Beide Geräte verfolgen unterschiedliche Ansätze, die sich ergänzen. Das Aranet4 HOME flexibel für unterwegs und auch zu Hause, und der Airgradient ONE stationär für zu Hause, das Büro oder das eigene Unternehmen, um das Bild über die eigene Luftqualität zu vervollständigen.
DIY-Kit oder Fully Assembled Airgradient ONE – welche Variante ist sinnvoll?
Der AirGradient ONE ist als fertig montiertes Gerät oder als DIY-Bausatz erhältlich.
Der Bausatz ist deutlich günstiger, erfordert den eigenen Zusammenbau und hat keine Zertifizierung oder Garantie. Der Zusammenbau ist jedoch sehr einfach, man erhält einen interessanten Einblick in das Geräteinnere (auch für Kinder interessant!) und erinnert an ein kleines LEGO-Projekt. Sollten in den ersten Monaten der Nutzung Sensoren defekt werden, zeigt sich der Hersteller meist sehr kulant.
Jedes einzelne Gerät der Fully-Assembled-Version wird im Werk mehrere Stunden lang getestet und kalibriert und enthält 12 Monate Garantie.
Welche Variante besser passt, hängt davon ab, ob man rund 45 % Kosten sparen möchte und gleichzeitig Einblick in die Technik gewinnen möchte oder ein sofort einsatzbereites Gerät mit Garantie bevorzugt.
Wie kann man den CO₂-Sensor beim AirGradient ONE manuell kalibrieren, wenn im Freien kein Stromanschluss vorhanden ist?
Für eine manuelle Kalibrierung wird das Gerät ins Freie gebracht, um den typischen Außenluftwert von rund 420 ppm CO₂ zu erreichen. Falls dort kein Stromanschluss vorhanden ist, kann der AirGradient ONE problemlos mit einer Powerbank betrieben werden.
Wie lange dauert der Versand des AirGradient ONE nach Europa?
AirGradient versendet die Geräte direkt aus Thailand. Man erhält eine Trackingnummer. Die Lieferzeit nach Europa liegt meist bei etwa zwei bis drei Wochen. Je nach Lieferland können zusätzlich Steuern und Zollgebühren anfallen.
Kann man Sensoren im AirGradient ONE austauschen?
Ja. Die einzelnen einzelnen Sensoren sind Standardprodukte und können bei Bedarf ausgetauscht werden., anstatt das gesamte Gerät zu ersetzen. Elektronikversierte Menschen können das Gerät auch mit weiteren Luftschadstoff-Sensoren erweitern.
Das ist Teil der Open-Source-Philosophie von AirGradient, die auf Reparierbarkeit und Transparenz setzt.
